Förderverein der Sukkulenten-Sammlung Zürich

Madagaskar-Haus

Kalanchoe uniflora, Peperomia sp.    Mittelbeet im Madagaskar-Haus Von besonderem Interesse unter den Sukkulentengebieten ist Madagaskar, weil die etwa 400 km vor dem afrikanischen Festland gelegene Insel seit rund 160 Millionen Jahren keine Verbindung zu anderen Landmassen mehr gehabt hat. So hat sich die Pflanzenwelt auf Madagaskar in vielerlei Hinsicht völlig eigenständig entwickelt. Eine grosse Mehrheit der Arten kommt ausschliesslich auf Madagaskar vor. Entsprechend der unterschiedlichen topographischen Gliederung der rund 1600 km langen und 580 km breiten Insel treffen wir auf ganz verschiedene Vegetationen. Die Bepflanzung des Mittelbeetes im Madagaskar-Haus vermittelt einen guten Eindruck von den Verhältnissen des laubwerfenden Trockenwaldes und Dornbusches der südlichen und westlichen Teile Madagaskars. Diese Gebiete liegen im Windschatten des Hochlandes und sind damit von den Passatwinden abgeschirmt. Im stellenweise völlig von Sukkulenten dominierten Dornbusch stehen Arten aus verschiedenen Familien dicht gedrängt und bilden mehr oder weniger undurchdringliche Dickichte. Besonders interessant sind in Madagaskar zahlreiche sukkulente Epiphyten. Epiphyten werden auch als "Aufsitzerpflanzen" bezeichnet. Sie leben auf den Ästen grösserer Bäume, wo sie mehr Licht finden als auf dem düsteren Waldboden. Sie schädigen den Trägerbaum nicht, denn sie leben allein von dem in Astgabeln und Rindenritzen abgelagerten Material. Das nötige Wasser erhalten sie aus der Luft (Tau, Nebel) und durch Regen.